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Wie setzen wir genderneutrale Toiletten an unserer Schule um?

Probleme und Lösungen

Antwort

Viele Schulen setzen genderneutrale Toiletten heute als ergänzendes Angebot um. Bewährt hat sich ein Modell, bei dem bestehende Mädchen‑ und Jungen‑Toiletten erhalten bleiben und zusätzlich Einzeltoiletten (All‑Gender‑WCs) angeboten werden. Diese können von allen genutzt werden, die sich in geschlechtergetrennten Räumen unwohl fühlen oder mehr Privatsphäre wünschen. Wir empfehlen, dass wenn Einzeltoiletten umgesetzt werden, diese nicht zusätzlich mit einem Urinal auszustatten. Alle müssen sich hinsetzen.

Mehrere Bundesländer, darunter Berlin, Hamburg, Nordrhein‑Westfalen und Baden‑Württemberg, empfehlen oder ermöglichen solche Lösungen ausdrücklich im Schulbau, insbesondere bei Neubau und Sanierung. Auch die VDI‑Richtlinie 6000 Blatt 6 (anerkannte Regel der Technik) beschreibt geschlechtsunabhängig nutzbare Toiletten für Schulen und empfiehlt diese auch mit einer Handwaschmöglichkeit auszustatten.

Wichtig ist, dass genderneutrale Toiletten freiwillig nutzbar sind und niemand zugeordnet oder festgelegt wird. Damit das Konzept verstanden und anerkannt wird, braucht es eine pädagogische Begleitung: transparente Information, Einbindung von Schüler*innen (z. B. über SV oder Klassenrat) und klare Kommunikation, warum dieses Angebot geschaffen wird, nämlich für Wohlbefinden, Schutz und gegenseitigen Respekt.

Unterstützung finden Schulen auch bei externen Akteuren, etwa aus der queeren Bildungs‑ und Beratungsarbeit, die Workshops, Informationsmaterialien oder Beratung für Schulen anbieten. So wird aus einer baulichen Maßnahme ein gut verstandenes und getragenes Schulentwicklungsprojekt.